Dienstag, 4. Oktober 2016

Ein erstes kleines Lebenszeichen....

Vorab noch eine kleine Sache die mir auf dem Herzen liegt:
Im Folgendem handelt es sich um meinen, nach nur fünf Tagen Santa Cruz, noch sehr oberflächlichen und subjektiven ersten Eindruck. Mensch kann eine Stadt, ein Land und schon gar nicht die Menschen hier so einfach in eine Schublade stecken oder kategorisieren. Ich habe lange überlegt, ob es nicht besser sei, nicht nur mein spontan runtergeschriebenes Gedankenwirrwarr zum Besten zu geben, sondern lieber wenige aber dafür lange und mehr reflektierte Berichte zu verfassen, um voreilige Verurteilungen zu vermeiden. Ich habe mich aber für Ersteres entschieden(also bitte verzeiht mir kleinere oder auch größere Schönheitsfehler), da es für mich so wie für euch wahrscheinlich spannender ist, den Entwicklungsprozess in den kurzen aber dafür häufigen Berichten mitzuerleben und weil ich angesichts dessen, dass ich schon bei diesem kurzen Text unendlich viel gekürzt, umgeschrieben und ausgebessert habe, um ja die richtigen Worte zu finden, ihr wohl vor lauter Überarbeiten meinerseits nie von mir hören würdet...Jetzt aber genug Geschwafel Isabel, wie ist es dir in deinen ersten Tagen in Santa Cruz ergangen?
Die Ankunft.
In Santa Cruz anzukommen heißt, all seine Sinne auf die Probe zu stellen, denn dort ist dieser gigantische Schwall an Eindrücken, der dich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute fast zu überfordern scheint. Alle wirklich alle Sinne deines Körpers werden angesprochen und strapaziert.
Santa Cruz ist eine Stadt der Extreme. Extreme Lautstärke, extreme Gerüche, extreme Hitze, extremes Chaos und mitten drin eine sich mit ihrem gebrochenen Spanisch mehr oder weniger zurechtfindende Isabel.
Mehr oder Weniger, das ist das Stichwort: Mas o menos.
Ein Satz der mich die ersten Tage ununterbrochen begleitet hat.
Allein auf die Frage: "Verstehst du mich?", antwortete ich etliche Male mit: "Mas o menos". Obwohl wohl doch eher das Letztere zutrifft...
Hier in Santa Cruz ist alles mehr oder weniger "Mehr oder Weniger". Dies lässt sich mit ein paar Beispielen und Anekdoten aus meinem Alltag belegen:
Ein: "Wir treffen uns um 2 Uhr!", heißt hier frühestens um 3 auftauchen, sonst stehst du dir die Beine in den Bauch... 
Ein: "Das Taxi ist ein 8-Sitzer?" heißt hier, für 13 Personen und Hund ist es wie geschaffen...
Eine sich auf rot schaltende Ampel heißt hier, dass sich du und die fünf Autos hinter dir noch eben über die fünf spurige Straße quetschen...
Besser lässt sich die Mentalität der Bolivianer nicht beschreiben. Ganz nach dem Motto: Kommst du heut' nicht, kommst du morgen, scheint die Stadt sich keinen zeitlichen Richtlinien anpassen zu wollen. Schon gar nicht denen von der Natur vorgegebenen: Nacht und Tag verschwimmen. 
Und wenn die Nacht dann mit ihren sinkenden Temperaturen einbricht und all das Potential dieser großen Stadt zum Leben erweckt, steht mitten drin zwischen Straßenmusikern, tanzenden Kinderhorden, Märkten, Essen, Autos... eine sich mit Sicherheit bald besser zurechtfindende Isabel. Ja, die Stadt ist groß. Ja, den bolivianischen Akzent verstehen entpuppt sich als äußerst kompliziert. Ja, die Kultur ist so anders, aber ich fühle mich hier sehr willkommen und tatsächlich auch nach den wenigen Tagen hier mitten drin, denn ich wurde von so vielen wunderbaren und herzlichen Menschen aufgenommen, dass ich mir schon am zweiten Tag darüber Gedanken gemacht habe, ob ich mein Visum nicht noch irgendwie verlängern kann... :D

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